Sommerferien. Endlich wirklich frei.

Die Ferien sind in den meisten Bundesländern schon da, in Bayern und Baden-Württemberg auch bald. Ich wünsche allen, dass sie sich in dieser Zeit die notwendige Erholung genehmigen können.

6 Wochen frei, endlich auch ohne mental-load-Rucksack, denn in den anderen unterrichtsfreien Zeiten unter dem Schuljahr muss ja noch die ein oder andere Prüfung wegkorrigiert, eine Klassenfahrt vorbereitet, der Zeitplan für nach den Ferien angepasst, Mails beantwortet, Konzepte für mündliche Schulaufgaben erarbeitet werden usw. usw. An Erholung und erst recht an die vom Gesetzgeber vorgesehene Erholung von mind. 2 Wochen am Stück (https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/__7.html) ist hier nicht zu denken.

In der Praxis sind für viele Lehrerinnen und Lehrer auch die erste und letzte Woche der Sommerferien mit schulischen Aktivitäten belegt. Die Sommerferien sind aber trotzdem die Zeit, wo wirkliche Erholung möglich ist und auch ein 14-tägiger Urlaub gemacht werden kann. Vorausgesetzt man hat das Geld dafür. Für unbefristet angestellte Lehrkräfte und Beamt:innen ist das kein Problem, denn die Sommerferien werden natürlich bezahlt.

Anders ist dies häufig bei befristet Beschäftigten oder auch den Referendaren, die nach dem Abschluss ihrer Ausbildung auf ihre erste Stelle warten. Sie werden je nach Bundesland gerne zum letzten Schultag ausgestellt und dann zum Schuljahresbeginn wieder eingestellt, Meldung bei der Agentur für Arbeit inklusive.

Rechtlich gesehen, ist dies meiner Ansicht nach problematisch bei Kolleginnen und Kollegen, die schon ein komplettes Schuljahr hinter sich haben und denen somit genau die 30 Tage (= 6 Wochen) bezahltem Jahresurlaub (und zumindest 2 Wochen Urlaub am Stück, s.o.) verweigert werden.

Da lässt sich vorzüglich diskutieren, ob die Ferien während des Schuljahres nicht auch für den Erholungsurlaub genutzt werden können oder müssen. Es ist in den meisten Fällen einfach nicht möglich, es sei denn man trickst sich Arbeitszeit weg und arbeitet vorher mit Wochenarbeitszeiten deutlich über der 40-Stunden-Grenze. Letzteres haben bereits mehrere Arbeitszeitstudien vor allem im gymnasialen Bereich bestätigt.

Der Volkszorn über die faulen Lehrkräfte, die ja ach so viele Ferien haben, ist demnach leider ein immer wieder gern aus der Schublade gezogener Urban Myth und weil der Beruf der Lehrkraft so viel Freizeit mit sich bringt, haben wir auch einen historischen Lehrermangel und ebenfalls historisch niedrige Zahlen bei den Studienanfängern. Endlich die Chance für alle Neider und Neiderinnen, den Quereinstieg durchzuziehen und im Paradies Schule den Rest des Lebens in der Hängematte abzuhängen. Vorsicht Ironie!

Aber zurück zu den Menschen, welche wohl eher den Urlaub auf Balkonien verbringen werden, weil die Finanzlage für 6 Wochen Sparhaushalt verordnet hat. In Bayern gibt es hier eine akzeptable Lösung, denn beginnt das Schuljahr in einem befristeten Vertrag in den ersten vier Schulwochen werden die anschließenden Sommerferien bezahlt. Das ist fair, aber leider ist es in anderen Bundesländern nicht so und sollte meiner Ansicht nach überdacht werden.

Was meint ihr zu dem Thema?

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